Ägäis 2019

On high Waves through Hellas

Ostarm der Südbucht
Lakki-Levitha
Lakki – Levitha
13.4.2019

Als wir am 13. April 2019 morgens die verschiedenen Wetterfrösche alias Wettervorhersagen befragten, entschieden wir uns, nördlich nach Patmos zu segeln, um mit besserem Wind von dort aus am nächsten Tag Levitha anzusteuern. Als wir aus der Bucht von Lakki hinaus auf das offene Meer fuhren, war anstelle der versprochenen 5 bft kaum Wind und noch die Reste der unangenehmen Welle durch den Wind der letzten Tage. Egal ob wir Kurs auf Patmos oder auf Levitha nahmen, wir mussten mit blöder Welle unter Motor fahren. So entschieden wir uns für die ersehnten Kykladen und fuhren Richtung Levitha. Nach 2 Stunden, also ungefähr der halben Strecke, freuten wir uns: endlich kam Wind auf. Die Segel waren schnell gehisst, der Motor konnte endlich schweigen. Nach einer weiteren Stunde allerdings wurden Wind und Wellen richtig stark. Natürlich refften wir unsere Segel. Trotzdem waren wir sehr schnell unterwegs und Wolfgang steuerte voller Konzentration durch die bis zu 4 m hohen Wellen, die hier ziemlich durcheinander liefen. 28-30 Knoten (7 Bft.) hoch am Wind ist dann nicht mehr lustig und belastet Mensch und Material. Wir kamen heile durch und konnten müde und erschöpft nach insgesamt etwa 4h 30min in die geschützte Südbucht von Levitha einlaufen. Es wurde schlagartig ruhig, das Wasser war nahezu glatt. Es war nichts mehr zu spüren von dem Tosen draußen vor der Einfahrt.

Meerkat auf Levitha
Meerkat auf Levitha

Wir machten an einer Boje fest und atmeten erst einmal tief durch. Das war ein Ritt! Wir werden ihn nicht so schnell vergessen! In dieser Bucht war es still, nur das Bimmeln von Ziegenglocken war zu hören. Ein kleines Fischerboot war in der Bucht, der Fischer darauf richtete seine Netze und winkte uns freundlich zu. Ein Begrüßungskomitee von Ziegen kamen zum kleinen Anleger und beäugte uns neugierig. Dann gab es Mittagessen und einen Anlegewein. Gegen Abend kam noch ein weiteres Boot in der Bucht an. Die französische Crew hatte auch mit dem Wetter gekämpft, sie sprachen weder Englisch, noch Griechisch noch Deutsch. Da wir beide kein Französisch sprechen, war eine weitere Kommunikation nicht möglich. Am nächsten Tag machten wir einen Spaziergang auf der Insel.

Blumenwiese auf Levitha
Blumenwiese auf Levitha

Jetzt im Frühjahr ist es sehr grün und bunt hier. Es duftet nach Kräutern und schwirrt nur so von Insekten. Auf  Levitha wohnen 4 Menschen. Sie leben von Landwirtschaft und im Sommer auch von den Einkünften einer Taverne, die von Seglern sehr geschätzt wird. Obwohl diese Taverne noch nicht geöffnet war, konnten wir am nächsten Abend dort essen. Die Mama bereitete für uns leckere Bifteki und Salat zu. Dazu gab es Wein und netten Smalltalk auf griechisch. Wir lernten, dass Levitha zu den Dodekanes gehört und von Leros verwaltet wird. Auch die  Nachbarinsel Kinaros, auf der zeitweise ein Schäfer mit seiner Herde lebt, gehört zu Leros und zählt offiziell keine Einwohner. Der Wirt Tassos gab uns noch den Tipp: wenn morgen früh unser Boot in südliche Richtung zeige, sollten wir nach Amorgos aufbrechen, denn für Dienstag sei wieder starker Nordwind angesagt. Entgegen unserer Internet-Wetterprognose hörten wir auf Tassos.